OTH Amberg-Weiden: Neuer Professor stärkt KI-Kompetenz

WEIDEN. Vor zwanzig Jahren war sie noch die geheimnisumwitterte Zutat spannender Science-Fiction-Filme, heute spielt sie die Hauptrolle in Alltagstechnologien: künstliche Intelligenz, kurz KI. Die klugen Algorithmen machen in Smartphones und Sprachassistenten das Leben leichter, in vernetzten Maschinen und Transportmitteln verändern sie Wissenschaft, Industrie, Handel und insbesondere Logistik grundlegend. Die Fakultät Betriebswirtschaft an der OTH Amberg-Weiden baut jetzt ihre KI-Kompetenzen aus: Am 1. April 2019 übernimmt Prof. Dr. Christian Schieder das Lehrgebiet Wirtschaftsinformatik.

„Künstliche Intelligenz ist das Herzstück der Industrie 4.0“, sagt Prof. Dr. Christian Schieder. „Im Handel erlaubt sie personalisierte Werbung, virtuelle Einkaufsassistenten oder Lieferroboter, die die Zustellung übernehmen. In der Fertigung verbessern intelligente Algorithmen die Qualität, senken den Energieverbrauch, machen die Produktion günstiger und flexibler. Noch Zukunftsmusik sind Smart Factories, in denen digital vernetzte Maschinen Fertigung und Logistik selbst steuern – von der Auftragsplanung über die Herstellung bis zur Auslieferung. Doch wenn es soweit ist, werden intelligente Fabriken Industrie und Handel revolutionieren.“
Prof. Dr. Christian Schieder will die Studierenden auf diese Zukunft vorbereiten. Er bringt mehrjährige Erfahrung, umfangreiches Wissen und praktisches Know-how mit an die Hochschule. Das zeigt ein Blick auf den Lebenslauf. Nach seinem Abitur am Kepler-Gymnasium studierte der gebürtige Weidener Wirtschaftsinformatik an der Technischen Universität Chemnitz. Dort promovierte er 2013 an der Fakultät Wirtschaftswissenschaften. Das Thema: Methoden für die Automatisierung von Preissteuerungssystemen. Schon während des Studiums war er als Berater für Datenintegrations- und Business-Intelligence-Systeme tätig.

Der heute 40-Jährige arbeitete für Softwarehäuser und Unternehmensberatungen im In- und Ausland, veröffentlichte mehrere Bücher und über 50 wissenschaftliche Publikationen. 2016 nahm er eine Stelle bei BHS Corrugated in Weiherhammer an. Dort verantwortete er zuletzt als Chief Digital Officer den Aufbau des digitalen Lösungsgeschäfts und begleitete den Umbau des Unternehmens in eine „Digital Company“.

„Bei BHS Corrugated arbeiteten wir daran, industrielle Produktionsanlagen ‚zum Sprechen‘ zu bringen“, sagt Prof. Dr. Christian Schieder. „Wir wollten wissen, was in den Maschinen vorgeht, bevor eine Störung auftritt, um gezielt Gegenmaßnahmen einzuleiten und die Produktion sicherzustellen. Dafür bauten wir unsere Dateninfrastruktur aus und legten so den Grundstein für weitere datenbasierte KI-Geschäftsmodelle.“

Diese systematische Datenerfassung ist die Basis für Industrie 4.0, für vernetzte Produktions- und Logistiksysteme, vorausschauende Wartung, fahrerlose Transportmittel, selbstlernende Roboter und vieles mehr. Alles Science, ohne Fiction – und vielleicht Stoff für einen Film, in dem die OTH Amberg-Weiden eine Hauptrolle spielt. Denn die Hochschule ist mit dem vom Freistaat Bayern geförderten Zukunftsprojekt „Digitaler Campus“, dessen Ausbau mit Blick auf das Thema Künstliche Intelligenz sowie mit dem vorhandenen KI-Know-how am Campus Amberg und Weiden gut aufgestellt.

Presse-Information vom 18.03.2019, Nr. 14 | 2019

gez.

Sonja Wiesel, M.A.

Foto (Quelle: Seidl/OTH Amberg-Weiden) Prof. Dr. Christian Schieder und Prof. Dr. Andrea Klug, Präsidentin der OTH Amberg-Weiden, bei der Urkundenübergabe